94 - Fiji - Viti Levu
Der Absprung
Die restliche Zeit hier in Fiji, bevor wir nach Vanuatu aufbrechen, verbringen wir mit guten Seglerfreunden und lernen noch jede Menge fremde Menschen kennen.
Saweni Bay, da ist nicht viel. Eine gerundete, weite Bucht, Mangroven am Ufer, fast öde. Aber hier liegt es sich wunderbarfriedlich. Und jeder Abend wird mit einem fulminanten Sonnenuntergang eingeleitet. Die Palmen und Mangroven ergeben visuelle Scherenschnitte.
Das Anlanden mit dem Dinghy geht sehr gut. Da es so flach ist, sind kaum Wellen zu spüren. Nur die Gezeiten, respektive die unterschiedliche Wasserhöhe ist manchmal lustig. Dinghy trocken und hoch an Land am Baum angebunden und wenn wir bei Ebbe zurückkommen, heisst es Dinghy zum weit entfernten Wasser schleifen. Aber es ist ja nicht weit, kein Problem.
Auf den Tramway Schienen laufen wir zu viert durch die Mangroven Richtung Lautoka. Lassen uns einfach treiben, Ziel offen. Am Strassenrand entdecken wir eine Coffeebar - das zieht uns magisch an! Belohnt werden wir mit köstlichem Kaffee und frischgebackenen Muffins. Ausnahmsweise sitzen wir mal drinnen. Es ist herrlich airconditioned kühl.
Wir haben gehofft, dass der Zug, die mit abgeernteten Zuckerrohr beladenen Wagen, nach Lautoka führt. Doch es ist wieder die falsche Zeit, wir verpassen ihn. Lautoka ist die Zuckerstadt. Hier wird das Zuckerrohr zu Zucker verarbeitet oder zu Rum gebrannt.
Einkaufen mit dem öffentlichen Bus hin und zurück mit dem Taxi und den vollen Taschen, ist ebenfalls ein lustiger Tagestrip. Zu viert macht es auch mehr Spass, gerade wenn wir es mit Mittagslunch vor dem Einkaufen noch verbinden. In der grossen Mall finden wir diverse Snackbars - eine teilt sehr vollbeladene Teller aus, es mundet uns sehr. Dabei können wir die Einheimischen in ihrem gemütlichen Treiben beobachten. Es tut so gut, hier gibt es keinen Stress. Fiji style. Geduldig sein, lächeln und geniessen.
Bridget, Axel, Ruedi und ich ziehen uns dann abends einen Dokumentarfilm rein; Axel ist dafür ausgerüstet. Falls ihr euch verzaubern lassen wollt: My Octopus Teacher. Echt sehenswert!
Bei Denarau – eine Ort des Tourismus mit Tourenangebote, Läden zum Shoppen, Resorts und Hotels - gucken wir uns mal um. Abwechslung tut gut und fördert das Verstehen, oder so.
Ein wunderbares Erlebnis – Ruedi und ich wollen zum Strand. Doch das Resort und seine Bungalows versperren den Zugang. Wo ist denn nur diese Weg...
Vorsichtig schleichen wir uns in die offengestaltete Eingangs- und Empfangshalle. Wir wollen uns so durchschlängeln, unauffällig. Doch prompt werden wir gefragt, was wir wünschen! Schüchtern geben wir bekannt, dass wir keine Hotelgäste sind und nur zum Meer an Strand wollen. Als Oswald beim beginnenden Gespräch erfährt, dass wir zu zweit von Europa bis Fiji gesegelt sind, nimmt er uns mit und zeigt den Weg quer durchs ganze Ferienparadies – kurz deutet er, wir sollen warten, und kommt mit zwei Flaschen Fruchtsaft zurück. Viel Spass am Strand! Herrlich - Vinaka! Das haben wir nicht erwartet.
In dem ganzen Gewimmel bei den Bars und Snackbars am Dock und Landungssteg treffen wir andere Segler, dabei ein guter Freund. Wir haben ihn als Linehandler in Panama angeheuert und viel Spass zusammen gehabt. Die Wiedersehensfreude ist gross. Er hatte viel Pech, setzte sein Schiff aufs Riff - doch in der Zwischenzeit konnte er es in die Marina bringen, sie schwimmt noch. Vielleicht kann er sie retten. Viel Glück wünschen wir. Gemeinsam verbringen wir auch mit ihm noch etwas Zeit in Vuda Marina.
Nochmals nach Lautoka zum Einkaufen. Nochmals Diesel und Benzin bunkern.
Ausklarieren und weg sind wir. Fiji ist Geschichte - jetzt kommt Neues.
Bye